Widerstandspunkt (Reservation Point)
Der Punkt, an dem eine Partei nicht weiter nachgeben kann, ohne schlechter dazustehen als bei ihrer Alternative. Wer seinen Widerstandspunkt kennt und vorab definiert, schützt sich vor unvorteilhaften Zugeständnissen und wahrt Entscheidungsstärke.
Der Reservation Point – im Deutschen oft als Widerstandspunkt bezeichnet – ist die Grenze, ab der eine Vereinbarung für eine Partei nicht mehr vorteilhaft ist. Er liegt zwischen der Wunschvorstellung (Ziel) und der BATNA und markiert den Punkt, an dem es besser ist, die Verhandlung zu verlassen oder auf alternative Optionen zurückzugreifen.
Im Unterschied zur BATNA beschreibt der Reservation Point nicht die Alternative selbst, sondern den maximal akzeptablen Preis bzw. die niedrigste noch sinnvolle Konditionsgrenze. Er ist ein entscheidender Anker für rationales Verhandeln: Wer seinen Widerstandspunkt kennt, bleibt souverän, vermeidet vorschnelle Zugeständnisse und trifft Entscheidungen auf Basis strategischer Klarheit statt situativer Emotionen oder Druck.
Erfolgreiche Verhandler definieren ihren Reservation Point vor dem Gespräch, halten ihn während der Verhandlung vertraulich und orientieren ihre Taktik daran, ohne sich mental zu früh festzufahren. Dies stärkt Fokus, Schutz vor manipulativen Taktiken und die Fähigkeit, bewusst „Nein“ zu sagen, wenn ein Angebot die Mindestkriterien nicht erfüllt.